Bauunternehmen

Wir waren im Fertighaus

Heute war unser (erster) großer Tag wo es mal konkret werden sollte. Heute waren wir in den Musterhäusern der Fertighausfirma.

Auf dem Parkplatz vor den Musterhäusern war richtig was los. Ich hatte tatsächlich Schwierigkeiten einen Parkplatz zu bekommen.

Im Nachhinein lag es wohl daran, dass ich es gewohnt bin immer neben bzw. zwischen anderen Autos zu parken. Da es dort aber keine anderen Autos gab, ist mir das echt schwer gefallen – wenigstens gibt es hier keine Wartezeiten.

Im Musterhaus angekommen hat uns direkt die freundliche Stimme vom Telefon begrüßt und das 1×1 des Verkaufens losgetreten… „Sehen Sie sich erstmal in Ruhe um!“ Klar, erstmal anfangen zu träumen und am Besten alles direkt in Gedanken einrichten – ja, hier würde der Schreibtisch gut hinpassen. Und das Esszimmer ist wie gemacht für unsere neuen Stühle – ungeachtet dessen, dass wir darauf hingewiesen wurden, dass das Haus schon 25 Jahre alt ist und so natürlich nicht mehr gebaut wird.

Vom Fertighaus ansich war ich aber schon beeindruckt – wirkt wie ein echtes Haus, da klappert nichts. Dachte erst das wird ein Look & Feel wie im Legoland, aber das wirkte tatsächlich stabil.

Beim Verkaufsgespräch wurde uns dann anschließend eine Menge aus der Nase gezogen – welche Räume, wie groß usw. und natürlich: Das Budget!

Tja, wir wollten uns doch erstmal informieren… Welche Räume wir brauchen war klar – der Rest? Kein Problem für die nette Dame – für Unentschlossene gibt es tolle Hochglanzprospekte zur Entscheidungsfindung!

Ein Grundriss hat es uns auch direkt angetan (Spoiler – war ein Auslaufmodell und musste scheinbar vom Hof…) und wir wurden konkreter. Im nächsten Schritt gab es auch direkt eine Baukostenaufstellung (Anmerkung: viele Sternchen und ca. Angaben – im Nachhhinein alles grobe Pi-Mal-Fensterkreuz-Werte).

Obwohl wir immer betont haben, dass wir schlüsselfertig bauen wollen, wurde uns permanent signalisiert, dass wir hier trotzdem genau richtig sind. Die einzelnen Gewerke müssten wir zwar selber beauftragen – aber die Kontakte werden gern hergestellt. Umso witziger, dass die Verkäuferin trotzdem aus dem Stehgreif die anfallenden Kosten in ihre Excel-Tabelle einträgt. Verblüffend wie viel Erfahrung die Dame hat.

Na, was denkt ihr, wie nah wir am Budget dran waren?

Punktlandung!

Anschließend wurde uns sofort die „unverbindliche Hausreservierung“ vorgelegt, die nur dazu da ist, das heute einmalige Super-Sonderangebot „Extra-Kniestock“ für umme zu bekommen.

Und weil wir zufällig heute reingeschneit sind legt die Gute sogar noch ne Traumküche für 7 Riesen drauf! Nur heute – welch Zufall. Der Käse-Maik hätte es auf dem Wochenmarkt nicht besser anpreisen können – hätte uns aber möglicherweise noch ein Pfund von der groben Dicken draufgepackt!

Nun aber vorsicht Freunde. Während Ihr abwechselnd zwischen den „Verkäuferin des Jahres“ Urkunden und Hochglanzprospekten visuell umherschawenzelt, wird euch eine dicke Mogelpackung untergejubelt. Also nach dem 3. Kaffee lieber vorher nochmal schnell auf Toilette gehen und im Denkerzimmer alle sieben Sinne zusammennehmen.

Die geflügelten Worte „unverbindliche“ und „Reservierung“ tauchen nämlich in Schriftform nirgends auf. „Vertrag“ und „Bauvertrag“ und „verbindlich“ allerdings häufiger. Lasst den Kuli also da wo er ist und unterschreibt da erstmal nichts. Ein guter Berater, gerade beim Haus, nimmt euch Bedenkzeit nicht krumm – rät euch sogar dazu.

Ein guter Verkäufer allerdings, wird euch versuchen festzunageln bevor Ihr den Braten riecht.

Sonderangebote beim Hauskauf sollte man sowieso nicht für bare Münze nehmen. Mit Sonderangeboten versucht man doch schließlich Ladenhüter unters Volk zu bringen. Im Moment sollte es doch aber eigentlich Brei regnen, für Hausbaufirmen…

Also sind wir mit Hochglanzprospekt und mit unseren Seelen von Dannen gezogen – sollten wir uns für diese Firma entscheiden, bekommt der Teufel diese noch früh genug. Und über Sonderangebote zu verhandeln ist dann immernoch Zeit genug.

Erik

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